Frankreich aktiviert JONUM: Neues Regelwerk für Web3 Spiele zwischen Gaming und Glücksspiel startet als Drei-Jahres-Test

Hannes Darben | von: 25.02.26

Frankreich zieht eine klare Linie für digitale Spiele, in denen Spieler gegen Geld teilnehmen und dabei handelbare digitale Gegenstände erhalten können. Mit JONUM (Jeux à objets numériques monétisables) ist seit Februar 2026 ein neues Regime voll einsatzbereit, das eine Grauzone adressiert, die in Europa seit Jahren wächst: Games mit zufallsbasierten Mechaniken, monetarisierbaren Objekten und sekundären Märkten, die in ihrer Logik teils an Glücksspiel erinnern, juristisch aber bisher oft nur schwer zu greifen waren. Das Modell läuft zunächst als dreijähriges Experiment und soll zeigen, ob ein eigener „Zwischenrahmen“ besser funktioniert als das starre Entweder-Oder aus Videospiel und Glücksspiel.

Key Facts

JONUM schafft in Frankreich eine eigene Kategorie für Spiele mit monetarisierbaren digitalen Objekten
Der Rahmen ist als dreijähriges Experiment angelegt und seit Februar 2026 praktisch anwendbar
Erlaubt sind Erwerb und Handel digitaler Assets, gleichzeitig gelten klare Grenzen für geldwerte Rückflüsse
Verbraucherschutz steht im Zentrum: Alters- und Identitätsprüfung, Limits, Selbstsperren, Transparenzpflichten
Anbieter müssen ihre Angebote vorab bei der ANJ deklarieren und regelmäßig berichten

Was JONUM eigentlich regeln soll

JONUM richtet sich an Spiele, die auf den ersten Blick wie klassische Online-Games wirken, aber Mechaniken enthalten, die finanziell relevant werden: Spieler zahlen, nehmen an einem zufallsbasierten System teil und erhalten digitale Objekte, die weiterverkauft werden können. Genau dieser Wiederverkaufsaspekt war bislang ein juristischer Brennpunkt, weil er aus einem reinen In-Game-Item plötzlich ein Asset mit Marktwert macht.

Frankreich wählt dafür einen pragmatischen Ansatz: Statt alles automatisch als Glücksspiel zu behandeln oder vollständig unreguliert laufen zu lassen, entsteht eine eigene rechtliche Schublade. Damit wird ein Segment adressiert, das vor allem durch NFT-Modelle, Web3-Ökonomien und moderne „Earn“-Mechaniken gewachsen ist – ohne dabei die klassischen Glücksspielgesetze eins zu eins überzustülpen.

Drei Jahre Bewährungsprobe: Warum Frankreich das System als Experiment aufsetzt

Dass JONUM als zeitlich befristetes Experiment konzipiert ist, wirkt wie ein bewusstes Risikomanagement des Gesetzgebers. Der Markt verändert sich schnell, Geschäftsmodelle ebenso – und Frankreich will offenkundig testen, ob die Regeln in der Praxis wirklich das leisten, was sie versprechen:

Mehr Rechtssicherheit für Anbieter, ohne den Spielerschutz zu verwässern
Mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit, ohne Innovation komplett abzuwürgen
Ein klarer Rahmen für sekundäre Märkte, ohne „Cash-out“-Modelle zu legalisieren, die Glücksspielstrukturen nachbilden

Die Signalwirkung ist dabei fast so wichtig wie der Inhalt: Frankreich positioniert sich als eines der ersten Länder mit einem maßgeschneiderten Regelwerk für diese Mischform.

Die wichtigste Leitplanke: Handel ja – klassische Cash-outs nur begrenzt

Der Kern von JONUM ist nicht „alles erlauben“, sondern handelbare digitale Objekte in einen kontrollierten Rahmen zu setzen. Das heißt: Erwerb, Besitz und Transfer können zulässig sein – gleichzeitig gibt es Grenzen, damit das Modell nicht zur verkappten Geldspielmaschine wird.

In der Praxis läuft es auf ein Prinzip hinaus: Wert kann entstehen und zirkulieren, aber ein unkontrollierter Rückfluss in Bargeld oder eine direkte Auszahlungslogik soll gerade nicht das dominante Produktversprechen sein. Genau deshalb sind mögliche Belohnungen und geldwerte Vorteile mit Obergrenzen und Bedingungen versehen.

Spielerschutz als Herzstück: Das verlangt JONUM von Anbietern

JONUM ist deutlich näher am Glücksspielrecht, als viele Gaming-Anbieter es aus klassischen In-App-Käufen kennen – vor allem beim Thema Schutzmechanismen. Anbieter müssen vor dem Konto- und Spielzugang Alter und Identität prüfen. Minderjährige sind von kostenpflichtigen Angeboten ausgeschlossen, die Trennung zwischen erlaubter und nicht erlaubter Nutzung ist damit relativ hart gezogen.

Zusätzlich müssen Betreiber Tools bereitstellen, die man aus regulierten Glücksspielmärkten kennt: Limits, Selbstsperre, jederzeit anpassbare Einstellungen. Das ist nicht „nice to have“, sondern Teil des Pflichtprogramms.

Vorschrift Ziel
Altersverifikation Schutz Minderjähriger
Spiel- und Ausgabenlimits Förderung verantwortlichen Spielverhaltens
ANJ-Erklärung Überwachung und Nachvollziehbarkeit
Transparenz bei Transaktionen Bekämpfung von Geldwäsche und Betrug

Aufsicht über die ANJ: Deklaration, Protokolle, Nachverfolgung

Bevor ein JONUM-Angebot in Frankreich live gehen darf, ist eine Voranmeldung bei der ANJ vorgesehen. Dazu kommen laufende Anforderungen, die eher nach Finanz- und Compliance-Welt klingen als nach „Game Launch“: Aktivitätsprotokolle, regelmäßige Berichte und Transparenzpflichten rund um Transaktionen.

Besonders relevant ist das dort, wo Blockchain und Wallets im Spiel sind. Der französische Rahmen setzt hier auf Nachvollziehbarkeit, damit Marktbewegungen, Transfers und potenzielle Missbrauchsmuster nicht komplett im Dunkeln stattfinden.

Europa im Vergleich: Warum Frankreich hier aus der Reihe tanzt

Lootboxen und glücksspielähnliche Mechaniken werden in Europa sehr uneinheitlich behandelt. Frankreich geht mit JONUM einen Sonderweg, weil es nicht nur Lootboxen betrachtet, sondern vor allem den Punkt, an dem digitale Items monetarisierbar werden.

Belgien hat kostenpflichtige Lootboxen früh als Verstoß gegen das nationale Glücksspielrecht bewertet – mit der Folge, dass viele Publisher Mechaniken entfernten oder umbauten. Die Niederlande prüften lange über den bestehenden Glücksspielrahmen, was ebenfalls zu Anpassungen und Rückzügen führte. Im Vereinigten Königreich wiederum dominiert bisher der Ansatz, Lootboxen nicht als Glücksspiel einzuordnen, solange kein direkter Umtausch in echtes Geld vorgesehen ist – flankiert durch Selbstregulierung und Jugendschutzmaßnahmen.

Land Bewertung von Lootboxen Regulatorische Maßnahme
Frankreich Eigene Regulierungsstruktur Spezifisches Modell für monetarisierbare digitale Objekte
Belgien Verstoß gegen Glücksspielrecht Entfernung oder Anpassung von Mechaniken
Niederlande Prüfung nach Glücksspielrahmen Anpassung oder Rückzug der Systeme
Vereinigtes Königreich Nicht als Glücksspiel eingestuft Selbstregulierung, Fokus auf Jugendschutz

Was JONUM für iGaming, Web3 und Game-Publisher bedeutet

Für Anbieter ist JONUM vor allem eins: Rechtsklarheit mit Bedingungen. Wer Web3-Ökonomien, NFT-Assets oder handelbare Gegenstände in Spielmechaniken integriert, bekommt in Frankreich einen Weg, diese Modelle legal zu betreiben – allerdings nur, wenn Identitätsprüfung, Limits, Aufsicht und Transparenz mitgedacht werden.

Für den Markt kann das zwei Effekte haben:

Mehr seriöse Angebote, weil ein legaler Rahmen existiert
Weniger aggressive „Gamble-lite“-Mechaniken, weil Cash-out-Logiken gebremst werden

Ob JONUM tatsächlich alle Probleme löst, wird am Ende weniger im Gesetzestext entschieden als in der Praxis: Welche Titel melden sich an, wie konsequent wird kontrolliert, und wie kreativ versuchen Anbieter, wirtschaftliche Anreize trotzdem maximal auszureizen.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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