Glücksspiel-Studie 2025: Deutsche Spielgewohnheiten bleiben stabil

Hannes Darben | von: 14.03.26

Die neue Glücksspiel-Studie 2025 zeigt ein weitgehend unverändertes Bild der deutschen Spiellandschaft: Rund ein Drittel der Bevölkerung nahm im vergangenen Jahr an mindestens einem Glücksspiel teil. Während sich die Gesamtteilnahme stabilisiert hat, konzentrieren sich erhöhte Risiken weiterhin auf virtuelle Automatenspiele, Geldspielgeräte und Live-Sportwetten – ein Befund, der sowohl Regulierungsbehörden als auch Anbieter zum Handeln auffordert.

Stabile Teilnahmequoten bei anhaltenden Risikobereichen

Mit einer Teilnahmequote von 36,4 Prozent bewegt sich der deutsche Glücksspielmarkt auf Vorjahresniveau. Besonders beliebt bleiben klassische Lotteriespiele wie LOTTO 6aus49 und Eurojackpot, die von etwa 28 Prozent der Bevölkerung gespielt werden. Problematisch wird es jedoch bei den risikoreicheren Spielformen: 7,5 Prozent der Befragten zeigen riskantes Spielverhalten, wobei sich diese Gruppe überdurchschnittlich stark auf Automatenspiele und Live-Wetten konzentriert. Die geschätzte Störungsrate nach DSM-5-Kriterien liegt konstant bei 2,2 Prozent – ein Wert, der trotz aller Präventionsbemühungen stagniert.

Auffällig ist die unterschiedliche Risikoverteilung nach Altersgruppen: Während ältere Spieler vorwiegend zu klassischen Lotterien greifen, zeigen jüngere Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren eine deutlich höhere Affinität zu Online-Glücksspielen und Sportwetten. Diese demografische Verschiebung spiegelt sich auch in der Nutzung digitaler Plattformen wider, wo mobile Apps zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Daytrading als neuer Untersuchungsbereich mit überraschenden Parallelen

Erstmals untersuchte die Studie auch kurzfristige Börsengeschäfte und deckte dabei bemerkenswerte Überschneidungen auf. Von den 6,5 Prozent der Befragten, die Daytrading betreiben, nehmen fast zwei Drittel parallel an Glücksspielen teil. Besonders auffällig: Rund zwölf Prozent der aktiven Trader erfüllen Kriterien einer Glücksspielstörung. Die Forscher sehen hier keine Gleichsetzung, wohl aber strukturelle Ähnlichkeiten in Motivation und Risikoentscheidung. Je kürzer die Handelszeiträume, desto stärker ähneln sich die Verhaltensmuster dem klassischen Glücksspiel.

Die Studie zeigt, dass Daytrader ähnliche psychologische Profile aufweisen wie problematische Glücksspieler: Beide Gruppen neigen zu impulsivem Verhalten, überschätzen ihre Fähigkeiten zur Vorhersage von Ereignissen und zeigen eine erhöhte Risikobereitschaft. Besonders bemerkenswert ist die Beobachtung, dass sowohl bei Daytradern als auch bei Glücksspielern die Häufigkeit der Aktivität stark mit der Entwicklung problematischer Verhaltensmuster korreliert.

Denkverzerrungen als Schlüssel zum Problemverhalten

Die Studie belegt eindrucksvoll, wie kognitive Verzerrungen das Spielverhalten beeinflussen. Hybrid-Spielende, die sowohl online als auch stationär aktiv sind, zeigen mit einem Durchschnittswert von 74 Punkten im Gamblers Beliefs Questionnaire deutlich höhere Werte als reine Online-Spielende (58 Punkte) oder stationäre Spieler (51 Punkte). Personen mit diagnostizierter Glücksspielstörung erreichen sogar 95 Punkte. Diese irrationalen Überzeugungen – etwa der Glaube an persönliche Kontrolle über Zufallsereignisse – korrelieren stark mit problematischem Spielverhalten und sollten verstärkt in Präventionsstrategien einbezogen werden.

Zu den häufigsten Denkfehlern gehören die Illusion der Kontrolle, der Spielerfehlschluss und die selektive Wahrnehmung von Gewinnen gegenüber Verlusten. Besonders problematisch erweist sich die Tendenz, Beinahe-Treffer als Erfolg zu interpretieren, was zu einer verstärkten Spielmotivation führt. Die Forscher empfehlen daher, Aufklärungsprogramme stärker auf die Korrektur solcher kognitiven Verzerrungen auszurichten.

Breite Zustimmung für Spielerschutzmaßnahmen überrascht

Entgegen gängiger Vorurteile zeigt sich eine bemerkenswert hohe Akzeptanz von Schutzmaßnahmen – auch unter aktiven Spielenden. 91,9 Prozent der Gesamtbevölkerung befürworten Teilnahmeverbote für Minderjährige, 88,5 Prozent unterstützen Aufklärung über Suchtrisiken. Selbst unter regelmäßigen Spielern liegt die Zustimmung zum Minderjährigenschutz bei 93,4 Prozent. Diese breite gesellschaftliche Basis schafft günstige Voraussetzungen für wirkungsvolle Regulierung, zeigt aber auch, dass Spielerschutz als Gemeinwohlthema verstanden wird.

Interessant ist die hohe Akzeptanz für technische Schutzmaßnahmen: 76 Prozent der Befragten befürworten Einzahlungslimits, 68 Prozent unterstützen automatische Spielpausen nach längeren Sitzungen. Sogar Werbeeinschränkungen finden mit 82 Prozent breite Zustimmung. Diese Zahlen widerlegen die oft geäußerte Befürchtung, dass Regulierung grundsätzlich auf Widerstand stoße.

Methodische Erkenntnisse offenbaren Erhebungseffekte

Die über 12.000 Interviews der Studie wurden zu zwei Dritteln telefonisch, zu einem Drittel online durchgeführt – mit überraschenden Unterschieden: Während telefonisch Befragte nur zu 23,6 Prozent Glücksspielaktivitäten berichteten, lag dieser Anteil bei Online-Befragungen bei 62,1 Prozent. Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie stark der Erhebungskanal das Antwortverhalten beeinflusst und macht methodische Vorsicht bei der Interpretation einzelner Zahlen erforderlich.

Die Forscher führen diese Unterschiede auf verschiedene Faktoren zurück: Online-Befragungen erreichen tendenziell jüngere, technikaffinere Personen, die häufiger digitale Glücksspiele nutzen. Zudem scheint die Anonymität des Online-Formats ehrlichere Antworten zu sensitiven Themen zu fördern. Telefonische Interviews hingegen erfassen besser ältere Bevölkerungsgruppen, die traditionelle Glücksspiele bevorzugen.

Die Glücksspiel-Studie 2025 liefert keine dramatischen Wendungen, wohl aber wichtige Kontinuitäten: Der deutsche Markt bleibt stabil, die Risikogruppen konzentrieren sich auf bekannte Problemfelder, und die gesellschaftliche Akzeptanz für Schutzmaßnahmen ist hoch. Für Regulierer bedeutet dies, dass bisherige Ansätze zwar nicht gescheitert sind, aber auch keine Durchbrüche erzielt haben. Die Integration des Daytradings erweitert dabei den Blick auf moderne Formen des Risikoverhaltens und könnte künftige Präventionsstrategien beeinflussen. Experten sehen in der stabilen Datenlage eine Chance für evidenzbasierte Politikentscheidungen, die sowohl den Spielerschutz stärken als auch einen funktionierenden Markt ermöglichen.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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Warnhinweis: Glücksspiel kann süchtig machen und zu finanziellen sowie persönlichen Problemen führen. Wenn du merkst, dass du die Kontrolle verlierst, hol dir Unterstützung: Informationen und Hilfe findest du unter https://www.check-dein-spiel.de oder bei der BZgA unter https://www.bzga.de .