Kalifornien kippt Blackjack-Regeln: Kartensäle klagen, Stammescasinos jubeln

Neue Vorschriften seit Februar 2025 verbieten klassisches Blackjack in kalifornischen Kartensälen – mit Millionenverlusten, kommunalen Haushaltsnotständen und zwei Großklagen als Folge.

Was sich geändert hat – und warum es so dramatisch ist

Seit Februar 2025 gelten in Kalifornien neue Vorschriften für Blackjack-ähnliche Kartenspiele in kommerziellen Kartensälen. Die Änderungen greifen tief ins Spielprinzip ein: Die klassische Bust-Regel, bei der das Überschreiten von 21 Punkten automatisch zum Verlust führt, entfällt. Stattdessen gewinnt die Hand, die einem festgelegten Zielwert am nächsten kommt – der jedoch ausdrücklich nicht 21 sein darf. Damit ist das traditionelle Blackjack-Spiel in diesen Betrieben faktisch verboten. Auch die Begriffe „21″ und „Blackjack” dürfen nicht mehr verwendet werden. Bei Unentschieden gewinnen künftig die Spieler, nicht das Haus.

Klagen in Millionenhöhe

Die California Gaming Association hat am 9. März zwei umfangreiche Klagen beim Superior Court von San Francisco eingereicht – darunter eine 406-seitige Zivilklage gegen Generalstaatsanwalt Rob Bonta und das Bureau of Gambling Control. Die CGA argumentiert, dass die Behörden keine gesetzliche Befugnis besitzen, bestehende Blackjack-Regeln zu kippen oder Lizenzen zu entziehen, und beantragte einstweilige Verfügungen, um das Inkrafttreten der Regelungen bis zu einer gerichtlichen Entscheidung zu stoppen.

Das kalifornische Justizministerium schätzt die finanziellen Auswirkungen auf 68 Millionen Dollar Umsatzverluste für die Kartensäle. Rund 25 Prozent der Spieler könnten zu Stammescasinos abwandern – was dort einem Zugewinn von etwa 34 Millionen Dollar entspräche.

Kommunen erklären finanziellen Notstand

Besonders hart trifft es Städte wie Commerce und Bell Gardens, die über 40 Prozent ihrer Haushaltseinnahmen aus Kartenspielbetrieben beziehen. Beide Kommunen haben bereits den finanziellen Notstand erklärt und schlagen eine Erhöhung der Umsatzsteuer um 0,25 Prozent vor – die Abstimmung findet im Juni statt. Branchenvertreter warnen vor dem Wegfall von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen.

Stammescasinos sehen ihr Recht durchgesetzt

Hinter den neuen Vorschriften steckt ein jahrelanger Rechtsstreit. Die kalifornischen Stämme berufen sich auf die Proposition 1A aus dem Jahr 2000, die ihnen das alleinige Recht auf Class-III-Spiele einräumte. Viele Stammesvertreter sehen die aktuellen Regeländerungen als längst überfällige Durchsetzung bestehender Gesetze – und kritisieren, dass staatliche Behörden jahrelang zu nachlässig gegenüber den Kartensälen waren. Das neue Gesetz SB 549 aus 2024 ermöglicht es den Stämmen erstmals, Kartensäle direkt vor staatlichen Gerichten zu verklagen.

Generalstaatsanwalt Bonta als Schlüsselfigur

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der seit seinem Amtsantritt 2021 einen deutlich schärferen Kurs in der Glücksspielregulierung verfolgt. Neben den Blackjack-Regeln ließ er „Racing on Demand”-Automaten beschlagnahmen und stufte Daily Fantasy Sports als rechtswidrig ein. Die Verschiebungen bei Wahlkampfspenden spiegeln die veränderte Machtbalance wider: Bontas Fonds wuchs auf 7,5 Millionen Dollar, während Spenden von Kartensälen von 118.000 auf unter 35.000 Dollar sanken.

Die kommenden Gerichtsverfahren werden entscheiden, ob die neuen Regeln Bestand haben – oder ob ein Kompromiss zwischen kommerziellen Kartensälen und Stammescasinos gefunden werden muss.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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