Glücksspielgewinne in den USA: Wann du sie melden musst – und was passiert, wenn du es nicht tust

Hannes Darben | von: 25.02.26

Gewinnen macht Spaß – egal ob am Slot, beim Sportwetten, im Online-Poker oder mit einem Rubbellos. Was viele aber unterschätzen: In den USA sind Glücksspielgewinne grundsätzlich steuerpflichtig und müssen in der Steuererklärung angegeben werden. Wer das ignoriert, riskiert Nachzahlungen, Zinsen und teils empfindliche Strafen.

Kurz gesagt

  • Ja: Glücksspielgewinne sind in der Regel steuerpflichtiges Einkommen.
  • Ja: Du musst sie auch dann angeben, wenn du kein Formular W-2G bekommst.
  • Und ja: Gute Dokumentation kann dir helfen, Verluste steuerlich gegenzurechnen (unter bestimmten Voraussetzungen).

Welche Glücksspielgewinne du melden musst

Grundregel: Alle Gewinne zählen als Einkommen – egal ob 10 Dollar oder 10.000 Dollar.

Typische Beispiele:

  • Casino- und Kartenspiele (Slots, Blackjack, Poker)
  • Sportwetten (online oder stationär)
  • Lotterien, Tombolas, Raffles
  • Online-Casinos, Apps, Gewinnspiele
  • Sachpreise (z. B. Auto, Reise) – bewertet zum Marktwert

W-2G: wichtig, aber nicht die einzige “Wahrheit”

Wenn ein Gewinn bestimmte Schwellen überschreitet, kann dir ein Veranstalter/Casino ein Formular W-2G ausstellen. Dieses zeigt Gewinnsumme und ggf. einbehaltene Steuer. Aber: Auch ohne W-2G musst du Gewinne melden.


Wie Casinos/Plattformen Steuern einbehalten (24 %)

In manchen Fällen werden auf Gewinne 24 % Bundessteuer einbehalten (“withholding” bzw. “backup withholding”), z. B. wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind oder eine korrekte Steuer-ID fehlt.


Was passiert, wenn du Glücksspielgewinne nicht meldest?

1) Nachzahlungen + Zinsen

Wenn du Gewinne verschweigst, fordert der IRS die fehlende Steuer nach – plus Zinsen, die bis zur vollständigen Zahlung weiterlaufen.

2) 20 % Zuschlag (Accuracy-Related Penalty)

Bei Untererklärung kann zusätzlich eine Accuracy-Related Penalty von 20 % auf den unterzahlten Steuerbetrag fällig werden (z. B. bei Nachlässigkeit oder “substantial understatement”).

3) Verspätungs- und Zahlungszuschläge

Wenn du zu spät abgibst oder zu spät zahlst, können weitere Standard-Strafen greifen:

  • Failure-to-file: meist 5 % pro Monat, max. 25 %
  • Failure-to-pay: meist 0,5 % pro Monat, max. 25 %

(Je nach Konstellation können sich diese Regeln kombinieren – deshalb lohnt es sich, zumindest fristgerecht einzureichen, auch wenn man noch nicht alles zahlen kann.)

4) Bei Vorsatz: 75 % Betrugsstrafe möglich

Wenn der IRS Vorsatz/Fraud annimmt, kann eine Civil Fraud Penalty von 75 % auf den betrugsbedingten Unterzahlungsanteil fällig werden.

5) In Extremfällen: strafrechtliche Folgen

Steuerbetrug kann strafrechtliche Konsequenzen haben. Das ist nicht der Normalfall, aber möglich – vor allem bei wiederholtem, vorsätzlichem Vorgehen.

6) Höheres Prüfungsrisiko

Wenn Bankeinzahlungen, Zahlungsdienstleister-Daten oder gemeldete W-2G-Infos nicht zu deiner Steuererklärung passen, kann das eine Prüfung wahrscheinlicher machen.


So vermeidest du Stress mit dem IRS

1) Gewinne konsequent dokumentieren
Am besten: Datum, Ort/Plattform, Spielart, Einsatz, Ergebnis, Belege/Screenshots.

2) Verluste ebenfalls festhalten
Verluste können steuerlich relevant sein – aber nur, wenn du sie sauber nachweisen kannst (und je nach Situation/Abzugssystem).

3) Fristgerecht einreichen
Selbst wenn du nicht sofort zahlen kannst: Einreichen reduziert Risiken.

4) Bei größeren Gewinnen: Vorauszahlungen prüfen
Wer regelmäßig gewinnt oder große Beträge erzielt, kann mit geschätzten Vorauszahlungen arbeiten, um Nachzahlungen und Zinsen zu vermeiden.


FAQ

Muss ich wirklich jeden Gewinn melden?

Ja, grundsätzlich schon. Auch kleine Gewinne sind steuerlich Einkommen – praktisch wird es meist über die Summe relevant.

Meldet das Casino automatisch an den IRS?

Bei bestimmten Gewinnen gibt es Informationsmeldungen (z. B. W-2G). Aber: Auch ohne Meldung bleibt die Pflicht bestehen.

Kann ich Verluste gegen Gewinne rechnen?

Unter bestimmten Bedingungen ja – aber du brauchst Nachweise. Einfach “Pi mal Daumen” funktioniert nicht.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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Warnhinweis: Warnhinweis: Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe und Beratung unter www.bzga.de oder telefonisch bei der BZgA.