Casino-Lobbying in New York: Millionenschwere Einflussnahme prägt Lizenzverfahren

Hannes Darben | von: 08.03.26

Der Kampf um drei begehrte Casino-Lizenzen im Süden New Yorks hat 2025 die Dimensionen politischer Einflussnahme in der Glücksspielbranche offengelegt. Mehrere Unternehmen investierten Millionensummen in Lobbying-Aktivitäten, um ihre Chancen auf eine der lukrativen Lizenzen zu erhöhen – mit unterschiedlichem Erfolg trotz ähnlich hoher Ausgaben.

Metropolitan Park führt mit 1,35 Millionen Dollar Lobbying-Budget

Die Zahlen für 2024 zeigen deutlich, wer am intensivsten um politischen Einfluss kämpfte. Metropolitan Park, das Projekt von Milliardär Steve Cohen, investierte mit 1,35 Millionen Dollar die höchste Summe und beauftragte 14 verschiedene Beratungsfirmen. Genting folgte mit 990.000 Dollar und neun Agenturen, während Bally’s 914.161 Dollar für neun Firmen ausgab.

Diese Ausgaben waren kein einmaliges Phänomen. Bereits 2023 hatte New Green Willets LLC, ein Partnerunternehmen von Cohens Projekt, fast 947.000 Dollar investiert. Zusammen mit den Mitteln von Seminole Hard Rock Entertainment überstiegen die Gesamtausgaben schon damals 1,5 Millionen Dollar – ein Niveau, das sich in den Folgejahren fortsetzte.

Die beauftragten Lobbying-Firmen konzentrierten sich dabei auf verschiedene Schwerpunkte: Während einige Agenturen primär auf lokale Politiker und Gemeinderäte abzielten, fokussierten andere auf staatliche Regulierungsbehörden und Ausschüsse. Diese strategische Aufgabenteilung ermöglichte es den Bewerbern, gleichzeitig auf mehreren politischen Ebenen zu operieren.

Politische Hürden erfordern strategische Manöver

Die hohen Lobbying-Investitionen spiegeln die komplexe politische Landschaft wider, in der sich die Casino-Projekte bewegen mussten. Ein prägnantes Beispiel liefert Metropolitan Park: Das Vorhaben stockte zunächst, weil Senatorin Jessica Ramos die erforderliche Gesetzesvorlage zur Umzonung nicht unterstützen wollte. Erst als Senator John Liu die Initiative übernahm, kam das Projekt wieder in Gang.

Solche politischen Wendungen verdeutlichen, wie eng wirtschaftliche Interessen und legislative Prozesse in New Yorks Glücksspielsektor verwoben sind. Die Bewerber mussten nicht nur technische und finanzielle Hürden überwinden, sondern auch ein dichtes Netz politischer Beziehungen navigieren.

Besonders herausfordernd gestaltete sich die Koordination zwischen verschiedenen Verwaltungsebenen. Während die staatliche Gaming Commission die endgültige Lizenzentscheidung traf, benötigten die Projekte zusätzlich Genehmigungen von lokalen Planungsbehörden, Umweltämtern und Verkehrsministerien. Jede Instanz erforderte spezifische Lobbying-Ansätze und maßgeschneiderte Argumentationsstrategien.

Milliardenschwere Erwartungen treiben den Wettbewerb an

Die intensiven Lobbying-Bemühungen werden durch die enormen Gewinnaussichten verständlich. Die New York Gaming Facility Location Board prognostiziert für die Periode 2027 bis 2036 Glücksspielsteuereinnahmen von rund 7 Milliarden Dollar und weitere Steuereinnahmen von 5,9 Milliarden Dollar. Bei ursprünglich elf konkurrierenden Projekten entstand ein entsprechend harter Konkurrenzkampf.

Die Projektgrößen rechtfertigen aus Unternehmenssicht die hohen Vorabinvestitionen: Metropolitan Park plant mit geschätzten 8 Milliarden Dollar Baukosten, während Bally’s 4 Milliarden und Resorts World 5,5 Milliarden Dollar veranschlagen. Steve Cohens geschätztes Vermögen von 23 Milliarden Dollar unterstreicht die solide finanzielle Basis für die kontinuierlichen Lobbying-Ausgaben.

Analysten schätzen, dass erfolgreiche Casino-Betreiber in New York jährliche Bruttoeinnahmen zwischen 800 Millionen und 1,2 Milliarden Dollar erzielen könnten. Diese Prognosen basieren auf Vergleichsdaten aus anderen Metropolregionen und berücksichtigen die hohe Bevölkerungsdichte im Großraum New York mit über 20 Millionen potenziellen Kunden.

Bally’s steht vor komplexen finanziellen Verpflichtungen

Für die erfolgreichen Bewerber beginnen nun die eigentlichen Herausforderungen. Bally’s muss neben der 500-Millionen-Dollar-Lizenzgebühr eine Mindestinvestition von weiteren 500 Millionen Dollar stemmen. Zusätzlich wird eine Gebühr von 115 Millionen Dollar an die Trump Organization fällig.

Diese Belastungen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Bally’s koordiniert parallel milliardenschwere Projekte in Chicago und Las Vegas und arbeitet an der Restrukturierung des australischen Anbieters Star Entertainment. Die multiple Projektlast stellt die Kapitalstruktur des Unternehmens vor erhebliche Herausforderungen.

Finanzexperten warnen vor Überdehnung, da Bally’s gleichzeitig Schulden von über 3 Milliarden Dollar bedienen muss. Das Unternehmen plant deshalb eine Kombination aus Eigenkapitalerhöhung, strategischen Partnerschaften und möglicherweise Verkäufen weniger profitabler Standorte, um die New Yorker Expansion zu finanzieren.

Regulatorische Transparenz und öffentliche Kontrolle

Die umfangreichen Lobbying-Ausgaben haben auch eine Debatte über Transparenz und demokratische Kontrolle ausgelöst. Bürgerinitiativen fordern schärfere Offenlegungspflichten und längere “Cooling-off”-Perioden für ehemalige Regierungsbeamte, die in der Glücksspielbranche tätig werden.

Die New York State Ethics Commission überprüft derzeit die bestehenden Regelungen und erwägt verschärfte Meldepflichten für Lobbying-Kontakte. Kritiker argumentieren, dass die derzeitigen Quartalsmeldungen zu unspezifisch seien und keine ausreichende Kontrolle ermöglichten.

Lobbying als Investition in die Zukunft der Branche

Die Millionensummen für politische Einflussnahme verdeutlichen eine grundlegende Realität der modernen Glücksspielbranche: Regulatorische Genehmigungen sind oft ebenso wertvoll wie die eigentlichen Geschäftsaktivitäten. Die erfolgreichen Bewerber haben gezeigt, dass systematische Lobbying-Strategien und politische Netzwerke entscheidende Erfolgsfaktoren sind.

Der New Yorker Casino-Wettbewerb wird damit zum Präzedenzfall für künftige Lizenzverfahren. Andere Bundesstaaten dürften die Strategien und Ausgabenniveaus genau studieren, wenn sie eigene Glücksspielmärkte öffnen oder erweitern wollen. Besonders Texas, Florida und Kalifornien beobachten die New Yorker Entwicklungen mit großem Interesse, da dort ähnliche Liberalisierungsdiskussionen geführt werden.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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