Finnische iGaming-Lizenz: Antragsverfahren ab März 2027

Hannes Darben | von: 26.02.26

Finnland öffnet seinen iGaming-Markt ab Juli 2027 für internationale Anbieter. Die finnische Glücksspielaufsicht nimmt erstmals ab dem 1. März 2027 Anträge für Online-Glücksspiellizenzen entgegen – ein historischer Schritt für den bislang streng regulierten nordischen Markt.

Zeitplan für die Marktöffnung steht fest

Der offizielle Startschuss für das finnische iGaming-Segment fällt am 1. Juli 2027. Bis dahin haben Unternehmen vier Monate Zeit, ihre Lizenzanträge einzureichen und die behördliche Prüfung zu durchlaufen. Diese relativ kurze Vorlaufzeit macht eine frühzeitige Vorbereitung unerlässlich.

Vor der Antragstellung werden die finnischen Behörden noch ergänzende gesetzliche Regelungen und technische Standards veröffentlichen. Diese Vorgaben dürften entscheidend für die Erfolgsaussichten der Anträge sein und könnten durchaus für Überraschungen sorgen. Experten rechnen mit einer begrenzten Anzahl verfügbarer Lizenzen, was den Wettbewerb um die begehrten Zulassungen zusätzlich verschärfen wird.

Die finnische Regierung plant, maximal 20 bis 30 Lizenzen für Online-Glücksspiel zu vergeben. Diese Begrenzung soll eine Übersättigung des Marktes verhindern und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards sicherstellen. Unternehmen müssen daher bereits jetzt ihre Strategien entwickeln und sich von der Konkurrenz abheben.

Strenge Auflagen für Spielerschutz erwartet

Finnland gilt als besonders spielerschutzorientiert. Die Regulierungsbehörden legen traditionell großen Wert auf verantwortungsvolles Glücksspiel und umfassende Präventionsmaßnahmen. Antragsteller sollten daher robuste Konzepte für Spielerschutz, Suchtprävention und Geldwäschebekämpfung mitbringen.

Die technischen Anforderungen an Systeme, Schnittstellen und Sicherheitsstandards werden voraussichtlich deutlich über EU-Mindeststandards hinausgehen. Besonders die Integration in bestehende finnische Überwachungssysteme könnte aufwendig werden. Anbieter müssen beispielsweise Real-Time-Monitoring-Tools implementieren, die verdächtiges Spielverhalten sofort erkennen und melden.

Zu den erwarteten Auflagen gehören auch strikte Einzahlungslimits von maximal 500 Euro pro Monat für Neukunden sowie verpflichtende Bedenkzeiten bei Kontoeröffnungen. Darüber hinaus müssen alle Werbemaßnahmen vorab von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden, was die Markteinführung zusätzlich verzögern kann.

Hohe Lizenzgebühren und laufende Kosten

Die finnische iGaming-Lizenz wird nicht günstig. Insider schätzen die einmaligen Antragsgebühren auf 100.000 bis 150.000 Euro, hinzu kommen jährliche Lizenzgebühren von mindestens 50.000 Euro. Diese Kosten sollen sicherstellen, dass nur seriöse und finanziell stabile Unternehmen den Markt betreten.

Zusätzlich zu den Grundgebühren müssen Lizenznehmer einen prozentualen Anteil ihrer Bruttospielerträge an den finnischen Staat abführen. Die genaue Höhe dieser Abgabe steht noch nicht fest, Branchenexperten rechnen jedoch mit 15 bis 20 Prozent – deutlich höher als in anderen europäischen Märkten.

Fachwebinar klärt über Besonderheiten auf

Um Unternehmen auf die finnischen Eigenarten vorzubereiten, veranstaltet Gaming in Finland am 5. März 2025 um 14:00 Uhr CET ein Fachwebinar. Unter dem Titel “Wie sich Finnland unterscheidet” sollen praxisorientierte Einblicke in rechtliche und technische Anforderungen vermittelt werden.

Das Webinar deckt drei Kernbereiche ab: aktuelle gesetzliche Entwicklungen, Details zum Lizenzantragsformular sowie technische Rahmenbedingungen. Als Referenten treten Morten Ronde und Pekka Ilmivalta von Nordic Legal sowie ein technischer Spezialist von Ubetec auf.

Teilnehmer erhalten exklusive Einblicke in die vorläufigen Antragsformulare und können direkte Fragen an die Experten stellen. Das Webinar richtet sich sowohl an etablierte iGaming-Unternehmen als auch an Newcomer, die den finnischen Markt erschließen möchten.

Technische Infrastruktur als Schlüsselfaktor

Die technischen Anforderungen für die finnische Lizenz gehen weit über Standardvorgaben hinaus. Alle Spielsysteme müssen auf finnischen Servern gehostet werden, was erhebliche Investitionen in lokale Infrastruktur erfordert. Cloud-basierte Lösungen sind nur unter strengen Auflagen erlaubt.

Besonders komplex wird die Integration in das finnische Identitätsprüfungssystem. Spieler müssen sich über das nationale eID-System authentifizieren, was spezielle Schnittstellen und Sicherheitszertifikate erfordert. Diese technischen Hürden können Monate in der Implementierung dauern.

Marktpotenzial rechtfertigt Aufwand

Trotz der strengen Regulierung bietet der finnische Markt attraktive Perspektiven. Mit 5,5 Millionen Einwohnern und einer hohen Internetdurchdringung gehört Finnland zu den lukrativsten nordischen iGaming-Märkten. Die bisherige Monopolstellung von Veikkaus hat einen erheblichen Nachholbedarf bei innovativen Spielangeboten geschaffen.

Marktanalysten schätzen das jährliche Umsatzpotenzial des liberalisierten finnischen iGaming-Marktes auf 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro. Besonders Online-Slots und Live-Casino-Spiele versprechen hohe Wachstumsraten, da diese Segmente unter dem bisherigen Monopol unterrepräsentiert waren.

Internationale Anbieter, die bereits in anderen regulierten EU-Märkten aktiv sind, dürften gute Chancen haben – vorausgesetzt, sie investieren ausreichend in die Anpassung an finnische Besonderheiten. Unternehmen mit Erfahrung in ähnlich regulierten Märkten wie Schweden oder den Niederlanden haben dabei einen Vorteil.

Ausblick auf die Marktentwicklung

Die finnische iGaming-Lizenz wird zum Prüfstein für Anbieter, die in streng regulierten Märkten bestehen wollen. Wer die hohen finnischen Standards meistert, ist auch für andere anspruchsvolle Jurisdiktionen gut gerüstet. Die Marktöffnung 2027 markiert einen Wendepunkt für das nordeuropäische Glücksspiel.

Branchenvertreter erwarten, dass Finnland als Vorbild für andere nordische Länder fungieren könnte. Norwegen und Island beobachten die finnische Marktöffnung genau und könnten ähnliche Schritte folgen lassen. Dies würde den nordischen Raum zu einem der attraktivsten iGaming-Märkte Europas entwickeln.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
Felicebet Casino
Felicebet Casino

2600€ Bonuspaket

Spinjo Casino
Spinjo Casino

5000€ Bonuspaket

Goldspin Casino
Goldspin Casino

3000€ Bonuspaket

Casinovergleich.eu
Warnhinweis: Warnhinweis: Glücksspiel kann süchtig machen. Hilfe und Beratung unter www.bzga.de oder telefonisch bei der BZgA.