Seit dem 17. Juli gelten in Brasilien neue, strikte Vorgaben für die Bewerbung von Online-Wetten. Um das Bewusstsein für die Risiken von Glücksspiel zu schärfen, müssen Anbieter und Medienunternehmen ab sofort deutliche Warnhinweise des Finanzministeriums in sämtliche Anzeigen integrieren.
Die neuen Warnhinweise im Detail
Ähnlich wie bei der Tabak- und Alkoholwerbung müssen die Risiken von Spielsucht und finanziellem Ruin nun unübersehbar kommuniziert werden. Für die Darstellung der Warntexte gelten klare formale Regeln: Sie müssen gut lesbar und waagerecht ausgerichtet sein sowie mindestens 10 % der gesamten Werbefläche einnehmen.
Werbetreibende müssen eine der folgenden drei genehmigten Formulierungen verwenden:
| Vorgeschriebene Warnung | Bedeutung / Fokus |
| „Das Finanzministerium warnt: Glücksspiel kann zur Sucht führen.“ | Hinweis auf das Risiko einer Abhängigkeit |
| „Das Finanzministerium warnt: Glücksspiel führt zu Geldverlust.“ | Betonung des möglichen finanziellen Schadens |
| „Das Finanzministerium warnt: Glücksspiel ist keine Investition.“ | Klare Abgrenzung zu wirtschaftlichen Tätigkeiten |
Strenge inhaltliche Schranken für Werbekampagnen
Neben der neuen Warnpflicht wurden auch die generellen inhaltlichen Rahmenbedingungen für Wettwerbung deutlich verschärft. Anzeigen dürfen keine direkten Handlungsanreize (Call-to-Action) zum sofortigen Wetteinsatz mehr enthalten. Ebenso ist es strengstens untersagt, Glücksspiel als Ausweg aus persönlichen oder finanziellen Krisen darzustellen.
Folgende Werbeinhalte und Botschaften sind ab sofort komplett verboten:
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Die Gleichsetzung von Glücksspiel mit sozialem oder materiellem Erfolg.
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Die Darstellung von Wetten als legitimer Beruf, verlässliche Einkommensquelle oder Investition.
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Der Einsatz von Prominenten, um Glücksspiel als gesellschaftlich uneingeschränkt positiv oder moralisch unbedenklich zu inszenieren.
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Die Förderung von exzessivem Spielverhalten oder die gezielte Verzerrung von Gewinnchancen.
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Diskriminierende, sexuelle oder kulturell unangemessene Aussagen.
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Die direkte oder indirekte Ansprache von Kindern und Jugendlichen.
Kampf gegen den Schwarzmarkt und harte Sanktionen
Medienhäuser und Werbeplattformen sind zur schnellen Umsetzung verpflichtet, andernfalls drohen empfindliche Sanktionen. Die zuständige Behörde stellt zudem unmissverständlich klar: Illegale Wettanbieter ohne Zulassung dürfen keinerlei Werbung schalten. Unternehmen, die mit unlizenzierten Betreibern kooperieren, riskieren massive rechtliche Konsequenzen bis hin zum Verlust der eigenen Genehmigungen.
Finanzminister Dario Durigan betonte in einer offiziellen Mitteilung die Entschlossenheit der Regierung im Kampf gegen unregulierte Aktivitäten. Die neuen Maßnahmen richten sich nicht gegen den legalen Glücksspielmarkt, sondern gezielt gegen jene Akteure, die sich über die gesetzlichen Vorgaben hinwegsetzen. Das übergeordnete Ziel der Regierung ist es, Werbung für Wetten dauerhaft transparent, verantwortungsvoll und nachvollziehbar zu gestalten.
















