Online-Wetten: Emanuel plant 10-Prozent-Steuer für Forschung

Der frühere Bürgermeister von Chicago, Rahm Emanuel, will den boomenden Markt für Online-Wetten und Prognosebörsen mit einer 10-prozentigen Bundessteuer belegen. Die geplante Abgabe soll jährlich 30 bis 50 Milliarden US-Dollar generieren und vollständig in einen Innovationsfonds für Zukunftstechnologien fließen.

Steuerkonzept zielt auf Milliardeneinnahmen ab

Emanuels Vorschlag erfasst alle lizenzierten Online-Sportwetten, digitalen Casinos und Vorhersageplattformen. Die Besteuerung orientiert sich am Modell bestehender Verbrauchssteuern für Alkohol oder Tabak. Online-Sportwetten sollen dabei 15 bis 20 Milliarden Dollar beitragen, digitale Casinos weitere 10 bis 15 Milliarden und Prognosemärkte 5 bis 10 Milliarden Dollar.

Die tatsächliche Höhe der Einnahmen hängt entscheidend von der gesetzlichen Ausgestaltung ab. Noch ungeklärt ist, ob die Steuer auf das Bruttospielergebnis, die Gesamtwetteinsätze oder jede einzelne Transaktion erhoben wird. Bei einem Branchenumsatz von 27 Milliarden Dollar im Jahr 2025 könnte die Berechnungsgrundlage erheblichen Einfluss auf die Steuereinnahmen haben.

Der Online-Glücksspielmarkt hat in den USA seit der Aufhebung des Professional and Amateur Sports Protection Act (PASPA) im Jahr 2018 ein explosives Wachstum erlebt. Mittlerweile haben über 30 Bundesstaaten Online-Sportwetten legalisiert, was zu einem regelrechten Boom geführt hat. Allein im ersten Quartal 2024 wurden in den USA über 25 Milliarden Dollar an Sportwetten platziert, ein Anstieg von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Innovationsfonds soll Technologielücke schließen

Die Steuereinnahmen sollen ausschließlich Forschung und Entwicklung in strategischen Bereichen finanzieren. Priorität haben Künstliche Intelligenz, Quantencomputer, Fusionsenergie, Lebenswissenschaften und Sicherheitstechnologien. Emanuel argumentiert, dass schrumpfende öffentliche F&E-Investitionen die technologische Wettbewerbsfähigkeit der USA gefährden.

Der geplante Fonds soll bestehende Programme der National Institutes of Health und der National Science Foundation ergänzen, nicht ersetzen. Diese Strategie zielt darauf ab, wirtschaftliche Aktivität von spekulativem Verhalten hin zu produktiver Innovation zu lenken und langfristig die nationale Stärke zu sichern.

Emanuel verweist auf Chinas massive Investitionen in Zukunftstechnologien und die Notwendigkeit, die amerikanische Innovationskraft zu stärken. Der ehemalige Stabschef von Barack Obama betont, dass die USA derzeit nur etwa 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für staatliche Forschung und Entwicklung ausgeben – deutlich weniger als in den 1960er Jahren während des Weltraumrennens. Der neue Fonds könnte diese Quote auf über ein Prozent steigern.

Internationale Vorbilder und regulatorische Herausforderungen

Emanuels Vorschlag orientiert sich teilweise an internationalen Modellen. Großbritannien erhebt bereits eine 15-prozentige Steuer auf Online-Glücksspiele, während Frankreich und Deutschland ähnliche Abgaben eingeführt haben. Diese Länder haben jedoch unterschiedliche Erfahrungen mit den Auswirkungen auf Marktentwicklung und Steuereinnahmen gemacht.

Die regulatorische Komplexität in den USA stellt eine besondere Herausforderung dar. Da Glücksspielgesetze traditionell in die Zuständigkeit der Bundesstaaten fallen, würde eine Bundessteuer eine sorgfältige Abstimmung zwischen verschiedenen Jurisdiktionsebenen erfordern. Experten warnen vor möglichen Konflikten mit bestehenden staatlichen Steuersystemen und Lizenzierungsverfahren.

Branche fürchtet steigende Kosten und Nutzerrückgang

Marktteilnehmer reagieren skeptisch auf die geplante Abgabe. Betreiber befürchten höhere Betriebskosten in einem Sektor, der von schnellen Transaktionen und knappen Margen lebt. Der gesamte Online-Glücksspielmarkt wird auf 400 Milliarden Dollar geschätzt.

Verbraucher müssen mit steigenden Einsätzen oder reduzierten Gewinnausschüttungen rechnen. Die Branche warnt vor einem möglichen Rückgang der Nutzeraktivität, was die prognostizierten Steuereinnahmen gefährden könnte. Emanuel räumt Widerstand ein, hält aber an seinem Konzept fest.

Große Anbieter wie DraftKings, FanDuel und BetMGM haben bereits Bedenken geäußert. Sie argumentieren, dass zusätzliche Steuern die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber illegalen Offshore-Anbietern schwächen könnten. Die American Gaming Association warnt vor einer möglichen Abwanderung von Kunden zu unregulierten Plattformen, was sowohl Verbraucherschutz als auch Steuereinnahmen gefährden würde.

Politische Agenda für mögliche Präsidentschaftskandidatur

Obwohl Emanuel noch keine offizielle Kandidatur für 2028 erklärt hat, positioniert er sich mit konkreten Reformvorschlägen. Neben der Wettsteuer fordert er ein Verbot für Bundesbedienstete, an Prognosemärkten teilzunehmen, sowie strengere Jugendschutzregeln in sozialen Medien.

Seine Vorschläge umfassen auch Überlegungen zu Altersgrenzen für Bundesämter und eine Neugestaltung der Bildungspolitik. Diese breite Agenda zeigt, dass die Wettsteuer Teil eines umfassenden politischen Konzepts ist, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen verbindet.

Emanuel nutzt seine Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter, Stabschef im Weißen Haus und Bürgermeister einer Millionenstadt, um sich als pragmatischer Reformer zu profilieren. Seine Wettsteuer-Initiative wird als Test für seine Fähigkeit gesehen, komplexe wirtschaftspolitische Themen anzugehen und breite Koalitionen zu schmieden.

Die genaue gesetzliche Umsetzung bleibt offen und erfordert eine Zustimmung des Kongresses. Emanuels Ansatz könnte jedoch einen Paradigmenwechsel in der Finanzierung staatlicher Forschung einleiten und zeigt, wie neue Wirtschaftssektoren zur Innovationsförderung beitragen können. Die Online-Wetten-Steuer wird damit zum Testfall für eine zukunftsorientierte Fiskalpolitik, die wirtschaftliches Wachstum und technologischen Fortschritt miteinander verknüpft.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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