Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und der öffentliche IT-Dienstleister Dataport bauen das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem LUGAS weiter aus. Im Mittelpunkt stehen eine stabilere Infrastruktur, eine bessere Datenqualität und umfangreichere Auswertungen der von Glücksspielanbietern gespeicherten Daten.
Nach Angaben der GGL verarbeitete LUGAS im Jahr 2025 Daten von mehr als 60 erlaubten Glücksspielanbietern und rund fünf Millionen registrierten Spielern. Ab 2027 sollen die auf den sogenannten Safe-Servern gespeicherten Daten stärker für regulatorische Auswertungen genutzt werden.
Das Wichtigste zum LUGAS-Ausbau
- GGL und Dataport entwickeln LUGAS technisch weiter.
- 2025 waren mehr als 60 lizenzierte Anbieter angebunden.
- Rund fünf Millionen registrierte Spieler wurden im System erfasst.
- Ab 2027 sollen Safe-Server-Daten intensiver ausgewertet werden.
- Das reguläre Einzahlungslimit bleibt bei 1.000 Euro pro Monat.
- Erhöhte Limits bis 10.000 Euro und in Ausnahmefällen bis 30.000 Euro bleiben möglich.
- LUGAS erfasst ausschließlich den erlaubten und angeschlossenen Glücksspielmarkt.
Was ist LUGAS?
LUGAS steht für Länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem. Alle Anbieter, die bestimmte Online-Glücksspiele mit deutscher Erlaubnis anbieten, müssen an das System angeschlossen sein.
Die rechtliche Grundlage bildet der Glücksspielstaatsvertrag 2021. Die wichtigsten Regeln erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zum Glücksspielstaatsvertrag 2021.
Seit dem 1. Januar 2023 wird LUGAS von der GGL verwaltet. Dataport betreibt die technische Infrastruktur. Das System besteht im Wesentlichen aus zwei Bereichen.
| LUGAS-Bereich | Aufgabe |
|---|---|
| Zentraldateien | Überwachung von Einzahlungslimits und Verhinderung parallelen Spielens |
| Safe-Server-Auswertung | Kontrolle und Analyse der von Anbietern gespeicherten Spieldaten |
So funktionieren die LUGAS-Zentraldateien
Die Zentraldateien bestehen aus einer Limitdatei und einer Aktivitätsdatei.
Limitdatei
Die Limitdatei überwacht das anbieterübergreifende Einzahlungslimit. Ein Spieler kann das monatliche Limit daher nicht einfach umgehen, indem er sich bei mehreren deutschen Anbietern registriert.
Erreicht ein Spieler sein festgelegtes Limit, müssen weitere Einzahlungen bei allen angeschlossenen Anbietern technisch blockiert werden.
Aktivitätsdatei
Die Aktivitätsdatei soll verhindern, dass ein Spieler gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv spielt.
Vor Beginn einer Spielsession wird der Status des Spielers auf „aktiv“ gesetzt. Ist die Person bereits bei einem anderen Anbieter aktiv, darf keine weitere Spielteilnahme ermöglicht werden. Spätestens 30 Minuten nach der letzten Eingabe muss der Status wieder auf „inaktiv“ gesetzt werden.
Was sind die Safe-Server?
Lizenzierte Anbieter müssen bestimmte Spiel- und Transaktionsdaten auf eigenen, technisch abgesicherten Safe-Servern speichern. Das LUGAS-Auswertesystem kann diese Daten regelmäßig abrufen und für aufsichtsrechtliche Prüfungen verarbeiten.
Die GGL nutzt die Daten unter anderem für:
- die Kontrolle gesetzlicher Vorgaben,
- die Erkennung möglicher Manipulationen,
- die Prüfung von Spielerschutzmaßnahmen,
- die Bewertung der Spielsuchtfrüherkennung,
- die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags.
Die Anbieter sind selbst dafür verantwortlich, dass die Daten vollständig und in der vorgeschriebenen Struktur gespeichert werden. Nach Angaben der GGL war die korrekte Nutzung der Safe-Server auch 2025 noch ein anspruchsvoller Teil der Aufsicht.
Was wird 2026 konkret ausgebaut?
Die GGL nennt keine einzelne neue LUGAS-Funktion, die zu einem festen Stichtag aktiviert wird. Der Ausbau betrifft vielmehr die technische und organisatorische Weiterentwicklung des gesamten Systems.
Im Fokus stehen:
| Bereich | Ziel |
| Datenqualität | Vollständigere und besser vergleichbare Anbieterdaten |
| Verfügbarkeit | Stabiler Betrieb auch bei besonders hoher Nutzung |
| IT-Sicherheit | Schutz eines sicherheitskritischen Behördensystems |
| Auswertung | Bessere Grundlage für Aufsicht und Gesetzgebung |
| Skalierbarkeit | Verarbeitung wachsender Datenmengen |
Eine leistungsfähige Infrastruktur ist besonders bei großen Sportereignissen relevant. Die GGL verweist in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die Fußball-Weltmeisterschaft, während der mit einer erhöhten Nutzung von Online-Sportwetten gerechnet wird.
Was soll sich ab 2027 ändern?
Ab 2027 möchte die GGL regulatorische Auswertungen stärker auf die Daten der Safe-Server stützen. Dadurch soll genauer bewertet werden können, ob Anbieter gesetzliche Vorgaben einhalten und ob bestehende Spielerschutzmaßnahmen tatsächlich wirken.
Diese Daten könnten außerdem in die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags einfließen. Daraus können langfristig Änderungen bei Limits, Produktvorgaben, Früherkennungssystemen oder anderen Regulierungsmaßnahmen entstehen.
Eine bereits beschlossene Lockerung oder Verschärfung der allgemeinen LUGAS-Regeln lässt sich aus der Mitteilung allerdings nicht ableiten. Bestätigt ist zunächst nur, dass die vorhandenen Daten umfangreicher und systematischer ausgewertet werden sollen.
Einzahlungslimit bleibt grundsätzlich bei 1.000 Euro
Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit liegt weiterhin grundsätzlich bei maximal 1.000 Euro pro Kalendermonat. Dabei werden die Einzahlungen bei allen angeschlossenen Anbietern zusammengerechnet.
Spieler können freiwillig auch ein niedrigeres persönliches Limit festlegen.
| Limitstufe | Monatliches Einzahlungslimit | Voraussetzungen |
| Reguläres Limit | Bis 1.000 Euro | Keine zusätzliche Prüfung |
| Erhöhtes Limit | Über 1.000 bis 10.000 Euro | Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und des Spielverhaltens |
| Besondere Ausnahme | Über 10.000 bis 30.000 Euro | Zusätzliche Vorgaben; nur für maximal 1 % der aktiven Spieler eines Anbieters |
Für eine Erhöhung reichen einfache Selbstauskünfte nicht aus. Als Nachweise kommen beispielsweise Steuerbescheide, Einkommensnachweise oder Bankauszüge infrage. Zusätzlich dürfen keine Anzeichen für eine Spielsuchtgefährdung oder ein auffälliges Spielverhalten vorliegen.
Einzahlungslimit und Einsatzlimit nicht verwechseln
Das monatliche Einzahlungslimit ist nicht mit dem Höchsteinsatz bei virtuellen Automatenspielen identisch.
| Regelung | Regulärer Wert | Mögliche Ausnahme |
| Einzahlungslimit | 1.000 Euro pro Monat | Bis 10.000 Euro, vereinzelt bis 30.000 Euro |
| Einsatz pro virtuellem Automatenspiel | 1 Euro pro Spielrunde | Unter bestimmten Voraussetzungen bis 3 oder 5 Euro |
Ein erhöhter Höchsteinsatz kann nur angeboten werden, wenn der Betreiber dafür eine entsprechende Erlaubnis besitzt. Für eine Erhöhung auf bis zu fünf Euro gelten zusätzliche Anforderungen, darunter ein längerer Zeitraum ohne auffälliges Spielverhalten und ein besonderes Monitoring.
Spieler haben weder auf ein erhöhtes Einzahlungslimit noch auf einen höheren Einsatz pro Spielrunde einen automatischen Anspruch.
Welche Daten speichert LUGAS?
Bei den Zentraldateien werden Spieler anbieterübergreifend über Pseudonyme zugeordnet. Anbieter arbeiten zusätzlich mit eindeutigen Spiel-IDs.
LUGAS wird häufig fälschlich als vollständige zentrale Datenbank mit sämtlichen persönlichen Kontodaten dargestellt. Die tatsächliche Struktur ist komplexer: Ein Teil der Daten wird über die Zentraldateien verarbeitet, während umfangreiche Spiel- und Transaktionsinformationen auf den Safe-Servern der jeweiligen Anbieter liegen.
Die Systeme sollen unter anderem erkennen:
- ob das Einzahlungslimit erreicht wurde,
- ob ein Spieler bereits bei einem anderen Anbieter aktiv ist,
- ob Anbieter ihre Daten korrekt erfassen,
- ob gesetzliche Schutzmaßnahmen eingehalten werden,
- ob Früherkennungssysteme ordnungsgemäß arbeiten.
LUGAS ist nicht dasselbe wie OASIS
LUGAS und OASIS erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
| System | Hauptfunktion |
| LUGAS | Einzahlungslimits, Aktivitätsstatus und regulatorische Datenauswertung |
| OASIS | Anbieterübergreifende Sperre von Spielern |
Eine OASIS-Sperre verhindert die Teilnahme an angeschlossenen Glücksspielangeboten. LUGAS überwacht dagegen vor allem Einzahlungslimits und parallele Spielaktivitäten.
Weitere Informationen finden sich in unserem Ratgeber zu OASIS, Selbstausschluss und Spielersperren sowie auf unserer Seite zur Hilfe bei Glücksspielsucht.
LUGAS kann den illegalen Markt nicht vollständig abbilden
Eine wichtige Einschränkung bleibt bestehen: LUGAS erhält Daten von erlaubten und angeschlossenen Glücksspielanbietern. Betreiber ohne deutsche Erlaubnis liefern keine Daten an das System.
LUGAS kann deshalb sehr detailliert zeigen, was innerhalb des regulierten Marktes passiert. Spielerbewegungen zu nicht erlaubten Angeboten lassen sich allein anhand der LUGAS-Daten jedoch nicht vollständig erfassen.
Für eine realistische Bewertung der Marktkanalisierung benötigt die GGL daher zusätzliche Instrumente wie:
- Spielerbefragungen,
- Markt- und Zahlungsanalysen,
- Beobachtung illegaler Websites,
- Daten von Zahlungs- und Internetdienstleistern,
- wissenschaftliche Studien.
Wer überprüfen möchte, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist, kann die amtliche Whitelist der GGL verwenden. Hinweise bietet außerdem unser Ratgeber über die wichtigsten Warnsignale illegaler Online-Casinos.
Neue Führung begleitet Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags
Seit dem 1. Juli 2026 hat Christian Hochgrebe, Staatssekretär für Inneres in Berlin, turnusgemäß den Vorsitz des GGL-Verwaltungsrats übernommen.
Als zentrale Aufgaben für das kommende Amtsjahr nennt die Behörde unter anderem:
- die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags,
- mögliche daraus folgende gesetzliche Anpassungen,
- die Weiterentwicklung der Aufsicht über legale Anbieter,
- die stärkere Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote.
Der Wechsel im Vorsitz bedeutet allerdings nicht, dass Berlin allein über zukünftige Änderungen entscheidet. Der Verwaltungsrat besteht aus Vertretern der Bundesländer und begleitet die Arbeit der bundesweit zuständigen Behörde.
Was der LUGAS-Ausbau für Spieler bedeutet
Kurzfristig ändern sich durch die aktuelle Ankündigung weder das reguläre Einzahlungslimit noch die grundsätzliche Funktionsweise von LUGAS.
Für Spieler sind vor allem drei Punkte relevant:
- Einzahlungen bleiben anbieterübergreifend begrenzt.
- Paralleles Spielen bei mehreren deutschen Anbietern bleibt untersagt.
- Anbieter- und Spielerdaten sollen künftig genauer ausgewertet werden.
Die eigentliche Bedeutung des Ausbaus dürfte sich ab 2027 zeigen. Dann soll die GGL stärker mit den Safe-Server-Daten arbeiten und diese für die Bewertung bestehender Regeln verwenden.
Ob daraus Lockerungen, neue Kontrollmechanismen oder strengere Vorgaben entstehen, ist bislang offen. Sicher ist lediglich, dass die deutsche Glücksspielregulierung künftig stärker datenbasiert gesteuert werden soll.
















