New Jersey Casinos unter Druck: New York verschärft Konkurrenz

New Jersey steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Glücksspielgeschichte. Mit der Vergabe neuer Casinolizenzen in New York und dem anhaltenden Boom des Online-Glücksspiels gerät Atlantic City zunehmend unter Druck. Die neue Gouverneurin Mikie Sherrill muss nun strategische Entscheidungen treffen, die über die Zukunft des traditionsreichen Glücksspielstandorts entscheiden werden.

New York investiert Milliarden in neue Casino-Projekte

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: New York plant Investitionen von über 17 Milliarden Dollar in neue integrierte Resorts. Allein das geplante Casino am Citi Field in Queens soll acht Milliarden Dollar kosten. Zum Vergleich erwirtschafteten Atlantic Citys neun Casinos 2025 lediglich 2,89 Milliarden Dollar Bruttospielerlös bei 216,8 Millionen Dollar Steuereinnahmen.

Experten prognostizieren für den vollständig etablierten New Yorker Markt einen jährlichen Bruttospielertrag zwischen 4,7 und 5,6 Milliarden Dollar. Das würde New York direkt hinter Las Vegas als zweitgrößten Casino-Markt der USA positionieren und die Steuereinnahmen bis 2036 auf über zwölf Milliarden Dollar steigern. Diese massive Expansion bedroht nicht nur New Jersey, sondern auch etablierte Märkte in Pennsylvania und Connecticut.

Besonders beunruhigend für New Jersey ist die geografische Nähe der neuen New Yorker Casinos. Das geplante Resort in Queens liegt nur 30 Meilen von Manhattan entfernt und wird voraussichtlich Millionen von Besuchern anziehen, die bisher nach Atlantic City gereist sind. Branchenanalysten schätzen, dass New Jersey dadurch bis zu 25 Prozent seiner auswärtigen Spieler verlieren könnte.

Online-Glücksspiel überholt erstmals landbasierte Casinos

Ein historischer Wendepunkt zeichnet sich in New Jersey ab: 2025 erzielte das iGaming-Segment mit 2,91 Milliarden Dollar erstmals höhere Jahreserlöse als die landbasierten Casinos mit 2,84 Milliarden Dollar. Das Online-Wachstum von 22 Prozent steht einem mageren Zuwachs von 2,7 Prozent bei den traditionellen Spielhäusern gegenüber.

Diese Entwicklung spaltet die Branche. Während Online-Anbieter auf das kontinuierliche Gesamtwachstum verweisen, befürchten Casino-Betreiber eine Kannibalisierung ihrer Einnahmen. Die strukturelle Verschiebung zeigt sich auch im Februar 2026: Online-Einnahmen stiegen auf 251 Millionen Dollar, während stationäre Casinos bei 202 Millionen Dollar stagnierten.

Der Erfolg des Online-Segments hat jedoch auch seine Schattenseiten. Viele traditionelle Casino-Arbeitsplätze sind bedroht, da Online-Plattformen deutlich weniger Personal benötigen. Atlantic City, das bereits in den vergangenen Jahrzehnten Tausende von Arbeitsplätzen verloren hat, könnte erneut vor massiven Entlassungen stehen. Gewerkschaften fordern daher verstärkte Unterstützung für Umschulungsprogramme und den Erhalt der landbasierten Standorte.

Politischer Widerstand gegen Casino-Erweiterung wächst

Der Vorschlag, Casinos an den Rennbahnen Monmouth Park und Meadowlands zu errichten, stößt auf massiven Widerstand. Eine Koalition aus 37 Bundes- und Landesabgeordneten lehnt jede Ausweitung kategorisch ab und befürchtet negative Folgen für Atlantic City.

Trotzdem treiben die Senatoren Vin Gopal und Paul Sarlo ihre Initiative für eine Verfassungsänderung voran. Sie argumentieren, dass bereits Sportwetten und Pferderennen an diesen Standorten stattfinden. Als Vorbild dient New York, wo erfolgreiche Casino-Bewerber jeweils rund 500 Millionen Dollar Lizenzgebühren entrichteten.

Die Debatte spaltet auch die lokalen Gemeinden. Während Befürworter auf zusätzliche Steuereinnahmen und Arbeitsplätze hoffen, warnen Kritiker vor Verkehrsproblemen und sozialen Folgen des Glücksspiels. Bürgerinitiativen in den betroffenen Gebieten mobilisieren bereits gegen die Pläne und sammeln Unterschriften für Petitionen.

Steuererhöhung soll Wettbewerbsfähigkeit sichern

Gouverneurin Sherrill übernimmt eine bereits beschlossene Steuerreform: Online-Sportwetten und iGaming unterliegen nun einem einheitlichen Satz von 19,75 Prozent statt der bisherigen 13 beziehungsweise 15 Prozent. Diese Angleichung soll faire Bedingungen schaffen und das Steueraufkommen stabilisieren.

Im Vergleich zu anderen Bundesstaaten bleibt New Jersey moderat positioniert. Pennsylvania besteuert Online-Spielautomaten mit 54 Prozent, Michigan arbeitet mit gestaffelten Sätzen bis 28 Prozent. Branchenvertreter befürchten dennoch steigende Betriebskosten in einem ohnehin umkämpften Markt.

Die zusätzlichen Steuereinnahmen sollen gezielt in die Infrastruktur und Tourismusförderung von Atlantic City fließen. Geplant sind Investitionen in die Verkehrsanbindung, Hotelrenovierungen und neue Unterhaltungsangebote, um die Attraktivität des Standorts zu steigern und der New Yorker Konkurrenz entgegenzuwirken.

Referendum 2026 könnte Weichen neu stellen

Sollten Gopal und Sarlo den erforderlichen legislativen Rückhalt finden, könnte 2026 ein Referendum über die Casino-Erweiterung stattfinden. Der Gesetzesentwurf sieht eine klare Aufteilung der Einnahmen vor: 45 Prozent für Grundsteuerentlastung, jeweils zehn Prozent für das Pensionssystem und Atlantic City-Tourismus.

Seit 1995 wurden in New Jersey nur 46 landesweite Verfassungsänderungen zur Abstimmung gestellt. Ein Referendum würde daher erhebliche politische Bedeutung erlangen und möglicherweise die Glücksspiellandschaft des Bundesstaats grundlegend verändern.

New Jersey steht an einem Scheideweg: Entweder gelingt es, durch strategische Reformen und politische Einigkeit die Position zu stärken, oder der Bundesstaat verliert dauerhaft Marktanteile an New York und das eigene Online-Segment. Die Entscheidungen der kommenden Monate werden über die Zukunft von Atlantic City als traditionsreichem Casino-Standort bestimmen.

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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