Der Sportwettenmarkt in Massachusetts hat den Januar mit einem klaren Widerspruch abgeschlossen: Mehr Einsätze, aber weniger steuerpflichtige Einnahmen. Obwohl das Wettvolumen gegenüber dem Vorjahr zulegte, gingen die taxable sports wagering revenues spürbar zurück – und auch der Vergleich zum Rekordmonat Dezember zeigt eine deutliche Abkühlung. Besonders auffällig: Online-Wetten bleiben die dominante Erlösquelle, während der stationäre Bereich weiterhin nur einen kleinen Teil zum Ergebnis beiträgt.
Für Beobachter ist diese Konstellation spannend, weil sie meist auf mehrere Faktoren gleichzeitig hindeutet: verändertes Quotenprofil, andere Wettmuster (z. B. mehr Favoritentipps, mehr Promos), höhere Auszahlungsquoten – oder schlicht eine Phase, in der die Kunden „besser“ getroffen haben.
Mehr Handle, weniger steuerpflichtiger Umsatz: Was im Januar passiert ist
Die Kerndaten für Januar zeigen, wie schnell sich die Profitabilität verschieben kann:
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Das Wettvolumen (Handle) lag bei rund 809 Mio. US-Dollar (breit getragen von Mobile).
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Die steuerpflichtigen Sportwetten-Einnahmen lagen bei rund 82,4 Mio. US-Dollar – klar unter Dezember.
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Die daraus resultierenden Steuern aus Sportwetten beliefen sich auf etwa 16,5 Mio. US-Dollar.
Gerade der Vergleich zum Vormonat ist wichtig: Dezember war ein Rekordmonat – entsprechend wirkt der Januar wie ein „Normalisierungs-Reset“, selbst wenn das Volumen weiterhin sehr hoch bleibt.
Online trägt den Markt – Retail bleibt Nebenrolle
Massachusetts ist in seiner Struktur ein Mobile-Markt. Der Januar bestätigt das erneut:
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Der Großteil des Handles wurde online platziert (nahezu das komplette Volumen).
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Retail-Sportsbooks (vor Ort in Casinos) steuerten nur einen kleineren Anteil bei – und fielen auch bei den Steuern kaum ins Gewicht.
Das ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein strukturelles Muster: Mobile bestimmt Reichweite, Frequenz und Umsatzlogik. Retail ist eher ergänzend – wichtig fürs Ökosystem, aber nicht der Treiber.
DraftKings vs. FanDuel: Marktführung klar – trotz stärkerer Hold-Rate bei FanDuel
Im Operator-Vergleich setzte sich ein Bild fort, das Massachusetts seit Start begleitet: DraftKings ist das Zugpferd.
Online-Top 5 im Januar (Umsatz, Handle, Hold):
| Anbieter | Umsatz (Mio. $) | Einsatz (Mio. $) | Hold-Rate (%) |
|---|---|---|---|
| DraftKings | 44,8 | 418,3 | 10,71 |
| FanDuel | 23,2 | 199,7 | 11,62 |
| Fanatics | 5,7 | 62,5 | 9,12 |
| BetMGM | 4,5 | 57,1 | 7,88 |
| theScore Bet | 1,8 | 22,7 | 7,93 |
Das Interessante daran: FanDuel lag bei der Hold-Rate höher, also „effizienter pro Dollar Einsatz“. Trotzdem bleibt der Abstand groß, weil DraftKings beim Handle eine andere Größenordnung erreicht. Kurz gesagt: FanDuel gewinnt pro Wette etwas mehr – DraftKings gewinnt über Masse.
Retail: Encore Boston Harbor mit kleiner, aber sichtbarer Rolle
Im stationären Bereich fällt der Beitrag weiterhin überschaubar aus. Ein Beispiel aus dem Januar:
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Encore Boston Harbor erzielte rund 209.263 US-Dollar steuerpflichtigen Umsatz bei 5,9 Mio. US-Dollar Einsatz.
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Die Hold-Rate lag dabei im niedrigen einstelligen Bereich.
Das zeigt, wie stark sich die Retail-Ökonomie von Mobile unterscheiden kann: geringere Frequenz, andere Kundenstruktur, andere Wettarten, und oft deutlich volatilere Holds.
Casino-Geschäft parallel leicht rückläufig: 96,6 Mio. US-Dollar GGR
Neben Sportwetten veröffentlichte Massachusetts auch die Zahlen der landbasierten Casinos. Das Gesamtbild: leichter Rückgang.
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Casino-GGR gesamt: ca. 96,6 Mio. US-Dollar
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Slots: 69,8 Mio. US-Dollar
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Tischspiele: 26,8 Mio. US-Dollar
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Encore Boston Harbor führte auch hier den Markt mit rund 59,7 Mio. US-Dollar an.
44 Mio. US-Dollar Steuern im Januar: Sportwetten liefern 16,5 Mio., Casinos 27,6 Mio.
Für den Staat sind diese Zahlen mehr als Branchennews: Es geht um harte Einnahmen. Im Januar wurden laut Bericht insgesamt rund 44 Mio. US-Dollar an Glücksspielsteuern generiert:
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16,5 Mio. US-Dollar aus Sportwetten
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27,6 Mio. US-Dollar aus dem landbasierten Casinobetrieb
Das unterstreicht einen wichtigen Punkt: Sportwetten sind zwar öffentlich präsenter und wachsen stark, aber die Casino-Basis ist in vielen Monaten weiterhin der größere Steueranker.
Warum sinken Einnahmen, wenn die Einsätze steigen?
Dass der Handle hoch ist, aber die Einnahmen fallen, ist im Sportwettenbusiness nicht ungewöhnlich. Drei typische Erklärungen:
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Spielerfreundlicher Monat: Favoriten setzen sich häufiger durch, Parlays laufen besser, weniger „Upset“-Monate.
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Promotions & Bonusdruck: Mehr Free Bets, Boosts oder Marketing-Mechaniken drücken kurzfristig den steuerpflichtigen Umsatz.
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Quoten-/Produktmix verändert sich: Mehr Wetten mit geringer Marge, mehr Live-Wetten mit anderer Hold-Struktur oder weniger margenstarke Kombis.
In Massachusetts kommt hinzu: Der Dezember war extrem stark – der Januar wirkt deshalb automatisch schwächer, selbst wenn er im historischen Vergleich solide ist.
Ausblick: Was man für die nächsten Monate im Blick behalten sollte
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Bleibt DraftKings bei dieser Dominanz, oder holt FanDuel über Effizienz und Produktmix auf?
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Wie stark beeinflussen Promotions die Steuerbasis, gerade bei intensiver Konkurrenz?
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Wie entwickelt sich der Hold, wenn die NFL-Saison ausläuft und andere Sportarten den Kalender prägen?
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Retail bleibt klein – aber kann bei Events kurzfristig aufflackern.
Unterm Strich zeigt der Januar: Massachusetts ist ein reifer, hart umkämpfter Mobile-Markt. Hohe Einsätze sind nicht automatisch gleichbedeutend mit hohen Einnahmen – und genau das macht diese Reports so wertvoll: Sie zeigen, wie schnell Profitabilität kippen kann, selbst wenn das Volumen weiter wächst.
Quellen (Backlinks)
https://massgaming.com/wp-content/uploads/MGC-Revenue-Report-January-2026.pdf
https://massgaming.com/wp-content/uploads/26-007GGR.pdf
https://massgaming.com/wp-content/uploads/Encore-Boston-Harbor-Cat.-1-Sports-Wagering-Revenue-Report-January-2026.pdf
https://igamingbusiness.com/sports-betting/massachusetts-sports-betting-revenue-dip-january/
https://www.covers.com/industry/massachusetts-sports-betting-handle-spikes-6-percent-yoy-in-january-feb-20-2026
https://focusgn.com/massachusetts-gaming-revenue-declines-slightly-in-january














