KSA greift durch: Niederlande drohen Polymarket wegen illegaler Prognosewetten hohe Strafen an

Hannes Darben | von: 25.02.26

Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) geht gegen das Krypto-Prognoseportal Polymarket vor. Nach Einschätzung der Aufsicht hat die Plattform in den Niederlanden ohne Lizenz Angebote bereitgestellt, die nach nationalem Recht als Glücksspiel gelten. Die Konsequenz: eine „Last unter dwangsom“ – also eine behördliche Unterlassungsanordnung mit empfindlichen Strafzahlungen, falls Polymarket nicht aus dem Markt verschwindet.

Key Facts

Polymarket soll in den Niederlanden ohne Genehmigung „Wetten auf Ereignisse“ angeboten haben
KSA ordnet an, dass das Angebot eingestellt werden muss – sonst droht ein wöchentliches Zwangsgeld
Strafrahmen: 420.000 Euro pro Woche, gedeckelt auf 840.000 Euro
Die KSA betont eine Null-Toleranz-Linie: Prognosemärkte seien im niederländischen Markt grundsätzlich nicht zulässig
Polymarket verteidigt sich mit der These „kein klassisches Glücksspiel“ – die Behörde weist das zurück

Warum die KSA Polymarket als illegales Glücksspiel einstuft

Im Kern argumentiert die KSA, dass Polymarket seinen Nutzern ermöglicht, auf den Ausgang realer Ereignisse zu setzen – und dass dies in der niederländischen Rechtslogik als Glücksspielangebot gilt, das eine Lizenz erfordert. Entscheidend ist aus Sicht der Behörde nicht, ob das Produkt „Prediction Market“ oder „Wette“ heißt, sondern ob es am Ende um Einsatz, Ergebnis und Auszahlung geht.

Die Behörde verweist dabei auf Indizien, die über „bloße Erreichbarkeit“ hinausgehen: Niederländische Nutzer konnten demnach Konten anlegen, einzahlen, handeln und auszahlen – teils unter Nutzung niederländischer Zahlungswege und mit Inhalten, die den Zugang vereinfachen.

Polymarkets Verteidigung: „Marktmechanik statt Zufall“

Polymarket hält dagegen: Man sei kein klassischer Glücksspielanbieter, sondern ein Prognosemarkt, in dem Nutzer Positionen gegeneinander handeln. Preise und Abrechnung würden durch Marktmechanismen bestimmt, nicht durch Zufallslogik wie bei herkömmlichen Glücksspielen.

Die KSA bleibt jedoch bei ihrer Linie und macht klar: Auch wenn Nutzer „traden“, bleibt es ein unerlaubtes Wettangebot, solange keine nationale Zulassung vorliegt. Zusätzlich betont die Behörde, dass Prognosemärkte in den Niederlanden grundsätzlich als nicht zulässig gelten – selbst für lizenzierte Betreiber.

Die Maßnahme im Überblick

Maßnahme Details
Unterlassungsanordnung Polymarket muss Angebot für die Niederlande einstellen
Frist / Bezug Entscheidung datiert auf den 20. Januar 2026, Veröffentlichung im Februar
Zwangsgeld bei Verstoß 420.000 Euro pro Woche
Maximalbetrag 840.000 Euro
Mögliche Folge Zusätzlich kann später eine umsatzbezogene Geldbuße im Raum stehen

Politische Brisanz: Prognosemärkte als Risiko für Gesellschaft und Wahlen

Auffällig ist, wie deutlich die KSA den Konflikt über „Regelverstoß“ hinaus auflädt: Prognosemärkte hätten aus Behördensicht gesellschaftliche Risiken, etwa wenn Märkte politische Prozesse indirekt beeinflussen könnten. Genau dieser Punkt verschiebt die Debatte: Es geht nicht nur um Lizenzpflicht, sondern um die Frage, ob solche Produkte überhaupt in einen regulierten Glücksspielrahmen passen.

Internationaler Druck steigt: Polymarket wird zum Dauerfall der Aufseher

Der Schritt aus den Niederlanden reiht sich in eine Kette internationaler Auseinandersetzungen ein. In den USA musste Polymarket bereits früh regulatorische Auflagen akzeptieren, inklusive einer Strafe durch die zuständige Bundesbehörde. In Europa geriet die Plattform ebenfalls unter Druck: Frankreichs Aufsicht ging bereits zuvor gegen den Zugang zum Angebot vor. Unterm Strich zeigt sich: Polymarket steht in mehreren Märkten vor demselben Problem – nationale Regulierer betrachten Ereignismärkte zunehmend als Wettprodukte, nicht als neutrale „Finanzinstrumente“.

Was als Nächstes wichtig wird

Der kurzfristige Knackpunkt ist, ob Polymarket den niederländischen Markt technisch und operativ tatsächlich zuverlässig sperrt – und ob die KSA bei ausbleibender Wirkung schnell durchzieht. Mittel- bis langfristig ist die größere Frage: Wird sich in Europa eine Linie durchsetzen, nach der Prognosemärkte grundsätzlich als Glücksspiel behandelt werden – oder entsteht irgendwann ein eigener Rechtsrahmen, ähnlich wie Frankreich ihn für bestimmte digitale Spielmechaniken testet?

Hannes Darben Hannes Darben ist Chefredakteur von casinovergleich.eu und spezialisiert auf Online-Glücksspiel, Regulierung und Casinotrends in Europa. Mit über zehn Jahren Branchenerfahrung analysiert er Anbieter, Boni und Spielstrategien und legt dabei besonderen Wert auf Transparenz, Spielerschutz und redaktionelle Qualität in allen Casino-Tests. mehr lesen
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