South Carolina nimmt einen neuen Anlauf Richtung regulierter Online Sportwetten. In einer Anhörung des Senatsausschusses für Arbeit und Handel am 18. Februar 2026 wurde der Gesetzentwurf SB 444 öffentlich diskutiert – mit auffallend offener Stimmung im Ausschuss, aber ohne Abstimmung. Während Befürworter auf den boomenden illegalen Markt und mögliche Steuereinnahmen verweisen, bleibt die politische Realität hart: Gouverneur Henry McMaster gilt als entschiedener Gegner jeder Glücksspielausweitung und hat bereits signalisiert, vergleichbare Vorhaben notfalls zu blockieren.
Key Facts
- South Carolina berät SB 444 zur Legalisierung von Online Sportwetten – noch keine Abstimmung im Ausschuss
- Der Entwurf schafft eine neue Sportwetten Kommission und sieht bis zu acht Lizenzen vor
- Ein Änderungsantrag reserviert zwei Lizenzen für PGA Tour und NASCAR
- Geplant sind 12,5 Prozent Steuer und ein Mindestalter von 18 Jahren
- Prognosemärkte und deren Bundesaufsicht wurden als neues Risiko Thema diskutiert
SB 444 im Kern: Neue Kommission, begrenzte Lizenzen, klare Marktlogik
Der Gesetzentwurf setzt auf ein klassisches US Modell: Eine eigene South Carolina Sports Wagering Commission soll den Markt überwachen, Regeln erlassen und Lizenzen vergeben. Als Sponsoren treten Tom Davis und Matthew Leber auf. Das Grunddesign wirkt bewusst selektiv: Lizenzen wären nicht einfach für jeden Anbieter verfügbar, sondern an Erfahrungswerte gebunden. Unternehmen sollen demnach bereits in mindestens fünf anderen Jurisdiktionen operiert haben – ein Filter, der Startups ausschließt und etablierten Marken den Weg erleichtert.
Ein zentraler politischer Marker kam über Senator Josh Kimbrell: Sein angenommener Änderungsantrag sieht vor, zwei Lizenzen direkt an PGA Tour und NASCAR zu vergeben. Damit wird Sportwetten in South Carolina nicht nur als „Entertainment Produkt“ gedacht, sondern als strukturelle Partnerschaft mit zwei der mächtigsten US Sportökosysteme.
Regelwerk im Überblick
| Regelung | Inhalt |
|---|---|
| Steuer | 12,5 Prozent auf Sportwetten |
| Mindestalter | 18 Jahre |
| Lizenzen | bis zu 8 insgesamt |
| Sonderzuweisung | 2 Lizenzen an PGA Tour und NASCAR (Amendment) |
| Qualifikation | Betriebserfahrung in mindestens 5 anderen Jurisdiktionen |
Das Argument der Befürworter: Der illegale Markt ist längst Realität
In der Anhörung stand ein Punkt besonders im Raum: South Carolina verbietet Online Sportwetten zwar, doch viele Einwohner nutzen weiterhin ausländische oder nicht regulierte Angebote. Genau daraus leiten Befürworter ihren Pragmatismus ab. Statt einen Markt zu ignorieren, der faktisch existiert, solle man ihn in legale Bahnen lenken – mit Transparenz, Spielerschutz und Steueraufkommen.
Auch die Zahl, die in der Debatte immer wieder fällt, ist politisch verführerisch: Schätzungen sprechen von bis zu 60 Millionen US Dollar möglichen Steuereinnahmen pro Jahr. Ob diese Größenordnung realistisch ist, hängt später an Details wie Marktgröße, Kanalisation und Werberegime – aber als Narrative funktioniert sie: „Geld, das heute offshore verschwindet, könnte öffentliche Aufgaben finanzieren.“
Gegenwind bleibt massiv: McMaster als strukturelles Veto Risiko
So positiv die Stimmung im Ausschuss klingen mag – der entscheidende Machtfaktor sitzt im Governor’s Mansion. Henry McMaster steht seit Jahren für eine klare Anti Glücksspiel Linie und hat bereits bei anderen Glücksspielplänen öffentlich Gegenkurs angekündigt. Für viele Beobachter ist deshalb weniger die Frage „Kommt das durch den Ausschuss?“, sondern „Überlebt das den politischen Endgegner?“
Genau das macht die Lage so speziell: Ein Teil der Legislative wirkt zunehmend offen, doch das Risiko eines späteren Stopps bleibt eingepreist – und bremst auch potenzielle Koalitionen, weil niemand politisches Kapital verbrennen will, wenn am Ende ohnehin ein Veto droht.
Prognosemärkte als Nebenschauplatz mit Sprengkraft
Neben klassischer Sportwetten Regulierung tauchte in der Anhörung ein Thema auf, das derzeit in vielen US Staaten für Nervosität sorgt: Prognosemärkte beziehungsweise eventbasierte Märkte, die teils unter Bundesaufsicht (CFTC) argumentiert werden. Einige Senatoren äußerten Sorgen über Marktmissbrauch und die Frage, wie man Insiderinformationen oder Manipulationsanreize verhindert, wenn Ereignisse handelbar werden.
Branchenvertreter verwiesen darauf, dass bestimmte Konstrukte unter Bundesrahmen laufen könnten – doch genau diese Schnittstelle zwischen Bundesaufsicht und Landeslizenzierung gilt als juristisch unscharf. Caesars, FanDuel und Co beobachten diese Entwicklung extrem genau, weil Prognosemärkte im Zweifel Konkurrenz zu regulierten Sportsbooks werden könnten, ohne den gleichen staatlichen Lizenzpfad zu gehen.
Was als Nächstes entscheidend wird
Politisch stehen drei Hürden im Raum: Erstens, ob SB 444 in den kommenden Wochen überhaupt zur Abstimmung kommt und Mehrheiten findet. Zweitens, wie stark das Gesetz am Ende zugunsten weniger großer Player zugeschnitten wird – die PGA Tour/NASCAR Klausel ist dafür ein starkes Signal. Drittens bleibt McMaster: Ohne eine Strategie, wie man sein Veto Risiko entschärft oder überstimmt, bleibt jede „Bewegung“ vor allem ein Debattenfortschritt.
South Carolinas nächster Schritt
South Carolina ist in der Sportwettenfrage spürbar näher an der Realität vieler anderer US Staaten – aber noch nicht am Ziel. Die Anhörung zeigt wachsende Bereitschaft zur Regulierung, doch der politische Widerstand im Staat ist weiterhin so stark, dass der Weg zur Legalität eher wie ein Marathon wirkt als wie ein Sprint.














